Resümee “Dienst-Tag für Menschen” am Münchner Rotkreuzplatz

Zum 25. Mal vor der Bundestagswahl 2021 haben wir uns am 21. September zur Aktion „Dienst-Tag für Menschen“ in München-Neuhausen auf dem Rotkreuzplatz versammelt. Seit Ende März haben wir die Politik Woche für Woche mit unserer stummen Demonstration auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass es dauerhaft bessere Rahmenbedingungen in der Pflege geben muss. Die wichtigsten Forderungen, die wir mit unseren Mitstreitern aus Würzburg, Amberg und Nürnberg teilen, können Sie komprimiert über folgenden Link einsehen: https://dienst-tag.de/positionspapier-fuer-bessere-rahmenbedingungen-in-pflege-gesundheitswesen-und-behindertenhilfe/

Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen in Würzburg, Nürnberg und Amberg haben wir viel erreicht, vieles bleibt noch zu tun. Wir haben uns deshalb dazu entschlossen, die wöchentlichen Demonstrationen zwar vorerst zu beenden, unser Engagement als „Dienst-Tag für Menschen“ jedoch fortzusetzen und auf die politischen Entscheidungsträger*innen zu konzentrieren:

  • In den nächsten Wochen werden wir den gewählten Bundestagsabgeordneten aus Bayern als Bündnis „Dienst-Tag für Menschen“ ein Gratulationsschreiben mit unserem Positionspapier zukommen lassen.
  • Sobald die Koalitionsverhandlungen abgeschlossen sind und klar ist, welche Mitglieder des neu zusammengesetzten Deutschen Bundestages in den für uns relevanten Ausschüssen (Gesundheit, Arbeit und Soziales) tätig sein werden, werden wir diese kontaktieren und in den Austausch treten.

Sollten wir zu einem späteren Zeitpunkt die Demonstrationen wieder aufnehmen oder andere Aktionen in die Wege leiten, werden wir Sie selbstverständlich informieren und dazu einladen.

Nach nahezu sechs Monaten wöchentlicher Kundgebung möchte ich mich in meiner Funktion als Generaloberin der Schwesternschaft München nochmals persönlich bei den zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bedanken, die uns so engagiert unterstützt haben. Dafür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an jede Einzelne und jeden Einzelnen! Sie alle haben deutlich gemacht, wie wichtig Ihnen eine professionelle Pflege innerhalb unserer Gesellschaft ist, wie die nachfolgenden Aussagen zeigen:

Auch in der Corona-Pandemie haben die Beschäftigten im Pflegebereich durch ihr vorbildliches Engagement erheblich dazu beigetragen, dass so vielen Menschen geholfen werden konnte. Aber durch Dankesworte lassen sich die Arbeitsbedingungen in der Pflege nicht verbessern. Es bedarf nachhaltiger Veränderungen. Eckpunkte hierfür habe ich vorgelegt.

Klaus Holetschek, Staatsminister im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (Foto: Mitte)

Pflegekräfte sind einfach essentiell für die Gesundheitsversorgung im Krankenhaus. Ohne sie kann der Klinikalltag nicht funktionieren.

Alexandra Zottmann, Geschäftsführerin Kliniken der Schwesternschaft München (Foto: links)

Nicht nur eine gute Bezahlung, sondern auch genug Zeit sind für eine befriedigende Arbeit wichtig. Und davon haben Pflegekräfte eindeutig zu wenig.

Karola Brüning, Leiterin Kaufmännische Abteilung Schwesternschaft München (Foto: rechts)

Sich für die Professionalisierung der Pflege einzusetzen heißt, nicht locker zu lassen. Das haben wir in den letzten sechs Monaten deutlich gesehen; und ich bin sehr froh, dass es sie gibt, die engagierten Kolleginnen und Kollegen. Unser berufspolitisches Engagement zu bündeln und auf die Straße und im Gespräch zu den Bürgerinnen und Bürgern zu bringen, das ist uns wirklich gut gelungen. Jetzt braucht es ein deutliches Zeichen der Politik und der neuen Regierung, entsprechende Weichenstellungen für verbesserte Rahmenbedingungen zu vollziehen.

Pascale Hilberger-Kirlum, Referentin der Vorstandsvorsitzenden der Schwesternschaft München, Stabsstelle Pflegepolitik (Foto: rechts)

Es bedarf vorrangig der flächendeckenden Etablierung von Pflegekammern in Deutschland. Die Pflege braucht dringend eine sichtbare Lobby, um damit Entlastung im Gesundheitswesen zu schaffen.

Tanja Groh, Krankenhausdirektorin Rotkreuzklinikum München (Foto: 4.von links) 

Wir brauchen eine adäquatere Finanzierung des Gesundheitssektors, um die Pflege zu entlasten. Ansonsten wird das System überstrapaziert, das kann auf die Dauer nicht funktionieren.

Prof. Dr. Wolfgang Thasler, Chefarzt Chirurgie, Rotkreuzklinikum München (Foto: links)

Angehende Pflegefachkräfte benötigen in der heutigen Zeit insbesondere Anleitung, um ihre Kompetenzen für die Pflege von Menschen zu entwickeln. Dafür wünsche ich mir und der Gesellschaft, dass sich Arbeitsbedingungen, insbesondere der Stellenschlüssel für Pflegefachkräfte und die damit verbundene Zeit für eine gute Ausbildung, verbessern.

Margit Schmid, Schulleiterin Berufsfachschule München (Foto: links)

Wir müssen aber auch selbst etwas tun. Nur wenn wir selbst mitplanen und mitgestalten, können wir Dinge so verbessern, wie wir sie uns vorstellen.
Cornelia Ring, Pflegefachkraft und Case-Managerin Sozialdienst, Rotkreuzklinikum München (Foto: links)

Der Einsatz von Pflegekräften verdient meinen allergrößten Respekt. Wir müssen uns gemeinsam dafür einsetzen, dass die Voraussetzungen für eine bessere Bezahlung, attraktivere Arbeitsbedingungen und mehr Personal geschaffen werden.

Gerda Hasselfeldt, Präsidentin Deutsches Rotes Kreuz (Foto: rechts)

Ich erlebe immer wieder, dass wir Betten wegen Personalmangel sperren müssen. Wenn sich die Politik nicht um die Attraktivität unserer Profession annimmt, wird sich die Situation immer mehr zuspitzen.

Irmgard Burger, Belegungsmanagement Rotkreuzklinikum München Frauenklinik

Pflegekräfte haben eine große Verantwortung und verdienen mehr als warme Worte. Es ist Aufgabe der Politik die Grundlagen und Voraussetzungen für menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Pflege sicherstellen.

Margarete Bause, MdB Bündnis 90/ Die Grünen (Foto: 1. von links)

Die pflegerische Fachexpertise ist im interdisziplinären Zusammenspiel unverzichtbar. Ohne Pflege ist keine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung möglich. Es ist wichtig, dass wir hier Woche für Woche alle gemeinsam stehen und uns mit den politisch Verantwortlichen und Bürgerinnen und Bürgern austauschen. Ich bin davon überzeugt, dass wir damit an den entscheidenden Stellen etwas erreichen – ganz herzlichen Dank für Ihre Einsätze und Ihr Engagement.

Generaloberin Edith Dürr, Vorstandsvorsitzende der Schwesternschaft München (Foto: 2. von links)

Die Demos enden – die Forderungen bleiben

Nach 80 Demos sieht das Bündnis „Dienst-Tag für Menschen“ nun die Politik in der Verantwortung

Über 80 Mal sind Beschäftigte der Behindertenhilfe, der Pflege und des Gesundheitswesens in den letzten zwölf Monaten auf die Straße gegangen. Unter dem Motto „Dienst-Tag für Menschen“ machten sie in Würzburg, München, Nürnberg und Amberg auf untragbare Missstände aufmerksam. Sie forderten beispielsweise eine 35-Stunden-Woche, mehr Personal und weniger Bürokratie. Jetzt ist die Politik an der Reihe, entschlossen zu handeln. Nach den Bundestagswahlen wird es deshalb keine weiteren Demonstrationen geben. Sein Engagement für die helfenden Berufe will das Bündnis „Dienst-Tag für Menschen“, dem 28 gemeinnützige Organisationen angehören, aber fortsetzen.

Als sich vor über einem Jahr am 15. September 2020 zum ersten Mal rund 50 Demonstrierende am Unteren Markt in Würzburg versammelten, um für bessere Bedingungen in der Pflege, dem Gesundheitswesen und der Behindertenhilfe zu werben, war der Applaus für Pflegekräfte während der ersten Welle der Corona-Pandemie bereits verhallt. Deutlich wie nie zuvor war der immense Druck sichtbar geworden, der auf unserem Pflege- und Gesundheitssystem lastet und sich vor allem im Personalnotstand ausdrückt: Intensivbetten waren nicht besetzt worden, weil Pflegekräfte fehlten.

„So kann es nicht weitergehen“

Mehr als 20 gemeinnützige Organisationen aus Würzburg und der Umgebung hatten sich nach dem Rückgang der Infektionszahlen im Sommer 2020 innerhalb weniger Wochen zum Bündnis „Dienst-Tag für Menschen“ zusammengeschlossen, weitere folgten. „Es war höchste Zeit, das klare Signal auszusenden: So kann es nicht weitergehen“, erinnert sich Walter Herberth, Oberpflegamtsdirektor der Stiftung Juliusspital Würzburg zurück. Zusammen mit Annette Noffz, Leitende Stiftungsdirektorin der Stiftung Bürgerspital zum Hl. Geist, und Johannes Spielmann, Vorstand der Blindeninstitutsstiftung, hatte er deshalb mit der Idee zu wöchentlichen Demonstrationen schnell Mitstreiterinnen und Mitstreiter anderer Kliniken, Pflege- und Behinderteneinrichtungen gefunden.

„Über Würzburg hinaus sichtbar sein“

Der ersten Demonstration folgten jeden Dienstag weitere Kundgebungen in der Juliuspromenade, bis der zweite Lockdown im Dezember das Bündnis zu einer dreimonatigen Winterpause bewegte. Mit neuer Kraft und Unterstützung aus der bayerischen Landeshauptstadt ging es im März 2021 weiter. „Wir wollten über Würzburg hinaus sichtbar sein und haben uns sehr gefreut, dass sich auf Initiative der Vorsitzenden des Bayerischen Landespflegerates Generaloberin Edith Dürr die Schwesternschaften vom Bayerischen Roten Kreuz in München, später auch in Nürnberg und Amberg unserer Aktion angeschlossen haben“, resümiert Annette Noffz. Schnell stand fest, dass die Demonstrationen bis zur Bundestagswahl fortgeführt werden.

„Große Zustimmung über die Parteigrenzen hinweg“

Parallel zu den Kundgebungen suchte das „Dienst-Tag“-Bündnis den Austausch mit Abgeordneten der großen demokratischen Parteien, dem Bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek und der Landtagspräsidentin a. D. Barbara Stamm, aber auch mit der Gewerkschaft verdi, dem Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern und dem Würzburger Bischof Dr. Franz Jung. „In den Gesprächen haben wir gemerkt, dass es zwar über die Parteigrenzen hinweg große Zustimmung zu unseren Forderungen gibt, bei manchen Punkten aber auch deutliche Zurückhaltung
oder Widerspruch“, sagt Johannes Spielmann.

Differenzen bei der Forderung nach der 35-Stunden-Woche

Um diese Unterschiede vor der Bundestagswahl auch einem größeren Publikum aufzuzeigen, lud das Bündnis „Dienst-Tag für Menschen“ am 14. September 2021 die Bundestagsabgeordneten Martina Stamm-Fibich (SPD), Dr. Manuela Rottmann (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Andrew Ullmann (FDP) und Emmi Zeulner (CSU) zu einer Diskussionsrunde in die Würzburger Posthalle ein. Während sich die Gesundheitsexpertinnen und -experten darin einig waren, dass Dokumentationspflichten verringert, mehr Personal für die helfenden Berufe gewonnen und eine ordentliche Bezahlung ermöglicht werden muss, offenbarte vor allem die Forderung nach einer 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich konträre Positionen.

Positionspapier: Keine Dividende durch Gesundheits- und Sozialleistungen

Am Ende der Diskussionsrunde vor 120 Gästen erhielten die Abgeordneten das Positionspapier mit den konkreten Forderungen des „Dienst-Tag“-Bündnisses als Vorlage für die anstehenden Koalitionsverhandlungen. Darin findet sich neben den bereits genannten auch die Forderung, dass Gewinne durch Gesundheits- und Sozialleistungen in den Organisationen verbleiben sollen und nicht in Form von Dividenden an Aktionäre oder Unternehmenseigner ausgezahlt werden dürfen.

„Es braucht keine Reform, sondern eine Revolution!“

Nach über 80 Kundgebungen in Würzburg, München, Nürnberg, Amberg versammelten sich am Dienstag vor den Bundestagswahlen zum letzten Mal Beschäftigte aus den teilnehmenden Organisationen zum Demonstrieren. „Unsere Mitarbeitenden haben in den letzten zwölf Monaten mehr als deutlich gemacht, wie ernst die Lage ist“, finden Annette Noffz, Walter Herberth und Johannes Spielmann. „Wir haben Lösungsvorschläge formuliert: Jetzt sehen wir die neu gewählten Bundestagsabgeordneten in der Pflicht, ihren Ankündigungen auch Taten folgen zu lassen. Es braucht keine Reform des Gesundheits- und Pflegesystems, sondern eine Revolution!“

Engagement fokussiert sich auf politisch Verantwortliche

Sein Engagement wird das Bündnis „Dienst-Tag für Menschen“ zukünftig auf andere Art und Weise fortsetzen: Die neu gewählten Bundestagsabgeordneten in Unterfranken werden ein Gratulationsschreiben mit dem Positionspapier erhalten und später sollen die Mitglieder der Gesundheits‑, Arbeits- und Sozialausschüsse des zukünftigen Bundestages kontaktiert werden. Spätestens in einem Jahr will das Bündnis auch Martina Stamm-Fibich, Dr. Manuela Rottmann, Prof. Dr. Andrew Ullmann und Emmi Zeulner wieder treffen, um Bilanz zu ziehen, was sich bis dahin verbessert hat. Doch auch für die Würzburger Bevölkerung soll die Aktion „Dienst-Tag für Menschen“ weiterhin sichtbar bleiben: Jeden Dienstag werden deshalb die Banner mit den Forderungen des Bündnisses an der Fassade des Juliusspitals aushängen. Sollten sich keine spürbaren Verbesserungen für die Beschäftigten im Gesundheitswesen, der Pflege und der Behindertenhilfe abzeichnen, behält sich das Bündnis zudem vor, wieder auf die Straße zu gehen.

Der gute Wille ist da – jetzt braucht es Rückhalt

Nach einer Diskussion mit Gesundheitsexperten in Würzburg zieht das Bündnis „Dienst-Tag für Menschen“ Bilanz

„Wahl 2021: Wir entscheiden über die Zukunft der Pflege“ – unter diesem Titel diskutierten Gesundheitsexpertinnen und -experten von Bündnis 90/Die Grünen, CSU, FDP und SPD am 14. September 2021 in der Würzburger Posthalle. In einem Punkt zeigten sich alle einig mit der Forderung des Bündnisses „Dienst-Tag für Menschen“: Die Arbeitsbedingungen für Beschäftigte in helfenden Berufen müssen sich verbessern. Vor allem die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich zeigte aber deutliche Unterschiede in der Positionierung der Bundestagsabgeordneten auf. Das „Dienst-Tag“-Bündnis zieht eine überwiegend positive Bilanz.

Stellten sich vor der Diskussionsrunde am Abend für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege mit auf die Straße: Dr. Manuela Rottmann (Bündnis 90/Die Grünen), Barbara Stamm (Landtagspräsidentin a. D.), Emmi Zeulner (CSU) zwischen Walter Herberth (Stiftung Juliusspital Würzburg) und Johannes Spielmann (Blindeninstitutsstiftung)

Als „Nerds der Politik“ bezeichnete Prof. Dr. Andrew Ullmann (FDP) gleich zu Beginn der Diskussionsrunde sich und seine Kolleginnen Dr. Manuela Rottmann (Bündnis 90/Die Grünen), Emmi Zeulner (CSU) und Martina Stamm-Fibich (SPD). Alle vier setzen sie sich als Abgeordnete im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages täglich mit gesundheitspolitischen Fragen auseinander und kennen die Probleme der Branche.

Sie wissen auch, dass es dem Bündnis „Dienst-Tag für Menschen“, dem 28 Organisationen aus Würzburg, München, Amberg und Nürnberg angehören und das seit einem Jahr für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert, ernst ist, wenn es vor einer möglichen „humanitären Katastrophe in der Pflege“ warnt.

Vor 120 Gästen diskutierten Gesundheitsexpertinnen und -experten über die Zukunft der Pflege (auf der Bühne v. l.: Annette Noffz, Stiftung Bürgerspital zum Hl. Geist; Martina Stamm-Fibich, SPD; Emmi Zeulner, CSU; Prof. Dr. Andrew Ullmann, FDP; Dr. Manuela Rottmann, Bündnis 90/Die Grünen; Andrea Czygan, Main-Post; Walter Herberth, Stiftung Juliusspital Würzburg)

Für grundlegenden Systemwechsel und mehr Personal

Vor 120 Gästen in der Würzburger Posthalle stimmten die vier Abgeordneten deshalb vielen Forderungen des „Dienst-Tag“-Bündnisses zu, die Moderatorin Andrea Czygan (Main-Post) zur Diskussion stellte: Dokumentationspflichten verringern, mehr Personal für die helfenden Berufe gewinnen und eine ordentliche Bezahlung ermöglichen.

Einig waren sie sich auch darin, dass es einen grundlegenden Systemwechsel in der Gesundheits- und Pflegebranche brauche. Schluss müsse sein mit der Zeit der „Rosinenpickerei“: So sollten private Unternehmen nicht mehr die Möglichkeit haben, sich auf besonders lukrative Gesundheits- und Pflegeleistungen zu spezialisieren und die defizitären Bereiche wie beispielsweise Entbindungsstationen kommunalen oder gemeinnützigen Trägern zu überlassen.

Die Bundestagsabgeordneten waren sich in vielen Punkten einig (v. l.): Martina Stamm-Fibich, SPD; Emmi Zeulner, CSU; Prof. Dr. Andrew Ullmann, FDP; Dr. Manuela Rottmann, Bündnis 90/Die Grünen

Unterschiedliche Positionen zur 35-Stunden-Woche

Unterschiedliche Positionen wurden dagegen beispielsweise bei der Forderung nach einer 35-Studen-Woche deutlich. Während Martina Stamm-Fibich (SPD) daran erinnerte, dass die 35 Stunden in der Metallindustrie nach langem Kampf schon lange Realität seien, aber um Geduld warb, wollte Emmi Zeulner (CSU) angesichts des demografischen Wandels nicht versprechen, dass die Forderung in Koalitionsverhandlungen Aussicht auf Erfolg haben werde. 

Prof. Dr. Andrew Ullmann (FDP) sah in einer politischen Vorgabe der Arbeitszeit die Tarifautonomie gefährdet und sprach sich gegen eine Bevorzugung einer bestimmten Berufsgruppe aus. Dagegen forderte Dr. Manuela Rottmann (Bündnis 90/Die Grünen) nicht nur politische Unterstützung der Träger bei der Refinanzierung einer 35-Stunden-Woche, sondern kritisierte auch deutlich die „Organisation“, die kein Interesse daran habe, dass sich etwas ändere.

Barbara Stamm für mehr Zuständigkeiten für die Politik

Dieser Kritik an der Macht der Kranken- und Pflegekassen schloss sich Landtagspräsidentin a. D. Barbara Stamm an, die die Moderatorin Andrea Czygan als Interviewgast in die Diskussion einband. Sie berichtete von Koalitionsverhandlungen in ihrer Zeit als Gesundheits- und Sozialpolitikerin, in denen am Abend schon beschlossen worden war, den Medizinischen Dienst zu einem eingetragenen Verein oder einer Körperschaft des öffentlichen Rechts umzuwandeln. „Über Nacht war die Lobby unterwegs gewesen“, so Stamm, „am Morgen war das vorbei.“ Die Politik müsse wieder mehr an Zuständigkeiten zurückholen, forderte sie.

Forderte die Politik auf, wieder mehr Zuständigkeiten in der Pflege zurückzuholen: Landtagspräsidentin a. D. Barbara Stamm im Interview mit Andrea Czygan (Main-Post).

Positionspapier als Vorlage für Koalitionsverhandlugen

Am Ende der Veranstaltung überreichten Annette Noffz (Stiftung Bürgerspital zum Hl. Geist), Walter Herberth (Stiftung Juliusspital Würzburg), Karsten Eck (Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus) und Johannes Spielmann (Blindeninstitutsstiftung) das Positionspapier des Bündnisses „Dienst-Tag für Menschen“ an die vier Bundestagsabgeordneten. In welcher Konstellation auch immer die nächste Bundesregierung sich zusammensetze, für die anstehenden Koalitionsverhandlungen solle das Positionspapier „ganz, ganz klare Sätze“ liefern.

Johannes Spielmann empfahl dem Publikum auch, einen Blick in die Wahlprogramme der Parteien zu werfen, da diese größere Unterschiede im Bereich der Pflege- und Gesundheitspolitik offenbarten, als dies in der Diskussion deutlich geworden sei. In zwölf Monaten wolle das Bündnis nach Berlin fahren, um sich mit den vier Bundestagsabgeordneten darüber zu unterhalten, welche der Forderungen verwirklicht worden sind und welche auf dem Weg sind.

Zum Abschluss überreichte das Bündnis „Dienst-Tag für Menschen“ den Abgeordneten Mappen mit seinem Positionspapier (v. l.: Walter Herberth, Stiftung Juliusspital Würzburg; Martina Stamm-Fibich, SPD; Karsten Eck, Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus; Emmi Zeulner, CSU; Prof. Dr. Andrew Ullmann, FDP; Annette Noffz, Stiftung Bürgerspital zum Hl. Geist; Johannes Spielmann, Blindeninstitutsstiftung; Dr. Manuela Rottmann, Bündnis 90/Die Grünen; Andrea Czygan, Main-Post)

Bilanz: Der gute Wille allein reicht nicht

Das „Dienst-Tag“-Bündnis zieht nach der Diskussionsrunde der Gesundheitsexpertinnen und -experten in der Posthalle eine überwiegend positive Bilanz. Fest steht: Es darf nicht bei schönen Worten bleiben und die Verantwortung wie seit vielen Jahrzehnten im Kreis herumgeschoben werden. Die Interessensvertretung der Pflege- und Gesundheitsberufe muss deutlich stärker als bisher in die politische Willens- und Entscheidungsbildung eingebunden werden – das gebietet die Wertschätzung und der Respekt vor den jeweiligen Berufsgruppen.

Auf der anderen Seite zeigte die Veranstaltung auch: Unter den Gesundheitsexpertinnen und -experten der vertretenen Parteien ist der Wille groß, die Rahmenbedingungen in der Pflege, der Behindertenhilfe und dem Gesundheitswesen zu verbessern. Allein fraglich bleibt, wie viel Platz gesundheitspolitische Themen in voraussichtlich langwierigen Koalitionsverhandlungen und wie viel Rückhalt sie in ihren Parteien finden werden.

Um ihnen – in welcher Parteien-Konstellation auch immer – den Rücken zu stärken, wird das Bündnis sicher auch über die Bundestagswahl am 26. September 2021 hinaus sein Engagement fortsetzen und spätestens in einem Jahr noch einmal Bilanz ziehen.

Dienst-Tag für Menschen in München am 14.09.2021

Der Countdown läuft: Zum vorletzten Mal begrüßte gestern Krankenhausdirektorin Tanja Groh die Teilnehmer der Protestaktion „Dienst-Tag für Menschen“ am Rotkreuzplatz. Unter den Mitgliedern der Schwesternschaft München und Mitarbeiter/-innen des Rotkreuzklinikums zeigte sich Gregor Pickert (Bild 1, rechts) solidarisch mit den Forderungen der Aktion. „Es ist mir wichtig, zum wiederholten Male hier zu stehen. Wir dürfen nicht riskieren, dass noch mehr Intensivbetten aufgrund von Personalmangel nicht belegt werden können“, betont der Leiter der IT-Abteilung.

Ebenfalls wiederholt waren Vertreterinnen des Münchner Blindeninstituts mit dabei, um die Forderungen nach besseren Rahmenbedingungen sichtbar zu machen. Jeanette Waning (Bild 2, links) und Doris Jauch-Keil (Bild 2, rechts) fordern eine klare Aufwertung der Pflege- und Sozialberufe: „Gesellschaftliche Anerkennung und bessere Bezahlung sind dringend vonnöten für diesen Dienst am Menschen, der für alle Generationen, auch die zukünftigen, so wichtig ist.“

Zu Dagmar Martin, Leitung Zentrale Praxisanleitung, gesellte sich spontan eine Passantin. „Geld für Mensch und Pflege generieren, anstatt Autos und Straßen präparieren“, brachte Anni ryAm (Künstlername, Bild 3, rechts) ihre Prioritäten auf den Punkt und fügt hinzu: „Unsere Gesellschaft braucht die Finanzen für die wichtigen Dinge!“

Krankenhausdirektorin Tanja Groh appellierte zum Abschluss, nicht im berufspolitischen Engagement nachzulassen und lädt in Vertretung Generaloberin Edith Dürr herzlich zum letzten „Dienst-Tag für Menschen“ am 21. September 2021, wie immer um 17 Uhr, auf den Rotkreuzplatz ein. Die konzertierte Aktion, die parallel in Würzburg, Amberg und Nürnberg stattfindet, soll wenige Tage vor der Bundestagswahl noch einmal die Forderungen der Pflegeprofession verdeutlichen.

Dienst-Tag für Menschen in Amberg am 14.09.2021

Ein Pflegezug führt zur stillen Demo

Viele Teilnehmer marschierten als Pflegezug am 14.09.2021 von der Senioreneinrichtung Bürgerspital Amberg über die Hauptverkehrsader der Stadt – den Kreisverkehr und Busbahnhof, bis in die Fußgängerzone zur nächsten Demoreihe Dienst-Tag für Menschen. Die über 90 Teilnehmer*innen des Zuges kamen aus vielen verschiedenen Trägerschaften, wie z. B. der Bügerspitalstiftung, dem BRK, Caritas, Diakonie und natürlich der Schwesternschaft Wallmenich-Haus. Begleitet wurde der Pflegetruck von OTV, dem regionalen TV-Sender. Am Marktplatz selbst wurde der Zug schon von den Organisatorinnen der Dienst-Tag-Demo erwartet, so dass bei der Aktion an diesem Tag über 100 Menschen sich zu einer stillen Kundgebung für die Pflege versammelten.

Auch Oberbürgermeister Michael Cerny nahm sich Zeit für die Anliegen der Teilnehmer und sprach mit Oberin Tatjana Richter, „es ist an der Zeit, dass die Politik sich endlich um die Belange der Pflege kümmert. Pflege ist Daseinsvorsorge und es ist Aufgabe der Politik, hier endlich zukunftsweisende Lösungsansätze zu erarbeiten. Es ist nicht mehr 5 vor zwölf, sondern bereits 5 nach zwölf. Es müssen Bedingungen für die Pflege geschaffen werden, die es den Akteuren vor Ort ermöglichen in diesem Beruf zu bleiben und nicht wie aktuell der Trend zeigt, diesen nach durchschnittlich 9 Berufsjahren bereits wieder verlassen. Nicht nur eine gerechte tarifliche Entlohnung ist notwendig, wir fordern eine Anhebung der Personalschlüssel, eine Reduzierung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich und das Renteneintrittsalter muss in dieser Berufsgruppe gesenkt werden.“

Zur nächsten und damit letzten Kundgebung Dienst-Tag für Menschen vor der Bundestagswahl ruft die Schwesternschaft Wallmenich-Haus vom BRK e. V. nochmal alle Pflegekräfte auf, sich am Dienstag den 21.09.2021 am Marktplatz in Amberg zu versammeln. So kurz vor der Bundestagswahl ist es wichtig noch einmal zu zeigen, das Applaus alleine nicht ausreicht um die pflegerische Versorgung zu sichern.

Wir freuen uns über zahlreiche Teilnahme, bitte helft alle mit, die Ziele für die Pflege publik zu machen.

Impressionen vom Expert*innen-Hearing am 14.9.2021 in der Posthalle Würzburg

Rund 120 Gäste waren gestern zum Expert*innen-Hearing des Bündnisses „Dienst-Tag für Menschen“ in die Posthalle nach Würzburg gekommen. Unter dem Titel „Wahl 2021: Wir entscheiden über die Zukunft der Pflege“ diskutierten gestern Dr. Manuela Rottmann, MdB, Bündnis 90/Die Grünen, Martina Stamm-Fibich, MdB, SPD, Prof. Dr. Andrew Ullmann, MdB, FDP, Emmi Zeulner, MdB, CDU/CSU unter der Moderation von Main-Post-Redakteurin Andrea Czygan. Landtagspräsidenten a. D. Barbara Stamm gab als Interviewgast Impulse .

Das aktuelle Positionspapier des Dienst-Tag-Bündnisses, das den Rahmen für die Diskussion bildete, finden Sie auf unserer Webseite unter: https://dienst-tag.de/positionspapier-fuer-bessere-rahmenbedingungen-in-pflege-gesundheitswesen-und-behindertenhilfe/

Wir bedanken uns bei allen, die gestern an der Demonstration in der Juliuspromenade und dem Expert*innen-Hearing teilgenommen haben.

Positionspapier für bessere Rahmenbedingungen in Pflege, Gesundheitswesen und Behindertenhilfe

Zur Vermeidung einer humanitären Katastrophe in Deutschland brauchen wir dringend und zeitnah einen deutlichen Kurswechsel in der Gesundheits- und Pflegepolitik. Schönheitsreparaturen reichen schon lange nicht mehr aus.

Die Mitarbeiter sind nicht mehr bereit einzuspringen.
Die Krankheitsquoten steigen.
Die Flucht aus dem Beruf wächst stetig.
Wir haben zu wenig Pflegekräfte.
Wir können leere Betten kaum noch belegen.

Die drei Haupt-Forderungen unserer Initiative Dienst-Tag für Menschen lauten:

1. Bessere Arbeitsbedingungen schaffen = spürbare Wertschätzung!

  • 35–Stunden–Woche bei vollem Lohnausgleich
  • Höhere Zuschläge bei Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit
  • Bessere Personalschlüssel
  • Eindämmung von Zeitarbeit

2. Weniger Bürokratie – wir brauchen mehr Zeit für Menschen!

  • Dokumentationspflichten verringern (Pflegefachkräfte verbringen derzeit rund 1/3 ihrer Arbeitszeit am PC. Diese Belastung muss mindestens halbiert werden).
  • Reduktion des Prüfturnus in den Pflegeheimen zur zeitlichen Entlastung (einmal jährlich MDK oder FQA)

3. Der Mensch muss wieder im Mittelpunkt stehen, nicht die Ökonomie!

  • Behindertenhilfe, Pflege und Gesundheitswesen gehören zur Daseins-Vorsorge und brauchen staatliche Obhut
  • Keine Dividende durch Gesundheits- und Sozialleistungen, Gewinne müssen thesauriert werden

Das Positionspapier wurde anlässlich des Expert*innen-Hearings “Wahl 2021: Wir entscheiden über die Zukunft der Pflege” am 14.9.2021 in Posthalle Würzburg veröffentlicht und enthält zentrale Forderungen des Bündnisses “Dienst-Tag für Menschen” an die politischen Parteien im Hinblick auf die Bundestagswahl 2021.

Expeter*innen-Hearing: „Wahl 2021: Wir entscheiden über die Zukunft der Pflege“ am 14.9. um 18 Uhr in der Posthalle Würzburg

Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Bundestagswahl 2021 steht bevor und wir entscheiden mit unserer Stimme auch über die Zukunft der Pflege. Zur Verhinderung einer humanitären Katastrophe in Deutschland brauchen wir dringend in der nächsten Legislaturperiode einen deutlichen Kurswechsel in der Gesundheits- und Pflegepolitik.

Doch was muss sich dafür konkret ändern? Wie positionieren sich die Parteien zu Gesundheits- und Pflegefragen in ihren Wahlprogrammen? Wo sind die größten Differenzen?

Antworten darauf erwartet sich das Bündnis „Dienst-Tag für Menschen“ aus dem Expert*innen-Diskussion mit dem Titel „Wahl 2021: Wir entscheiden über die Zukunft der Pflege“ am 14. September 2021 in der Posthalle in Würzburg.

Dazu hat es Vertreterinnen und Vertreter des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag eingeladen, um über konkrete Forderungen zu diskutieren wie zum Beispiel: die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, die Halbierung der Dokumentationspflichten, keine Gewinnausschüttung durch Gesundheits- und Sozialleistungen.

Es diskutieren:
Dr. Manuela Rottmann, MdB, Bündnis 90/Die Grünen
Martina Stamm-Fibich, MdB, SPD
Prof. Dr. Andrew Ullmann, MdB, FDP
Emmi Zeulner, MdB, CDU/CSU

Interviewgast:
Barbara Stamm, Landtagspräsidentin a. D.

Moderation:
Andrea Czygan, Redakteurin der Mediengruppe Main-Post

Termin:
Dienstag, 14.09.2021, 18:00 – 19:30 Uhr

Veranstaltungsort:
Posthalle, Bahnhofplatz 2, 97070 Würzburg (Eingang über Außentreppe auf der Gebäudevorderseite – Richtung Bismarckstraße)

Der Eintritt ist frei. Die Teilnehmeranzahl ist aber limitiert, eine Anmeldung ist erforderlich. Bitte melden Sie sich vorher an: per E-Mail an anmeldung@dienst-tag.de. Für den Zutritt zur Veranstaltung gilt die 3G-Regel.

Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Bundestagswahl 2021 steht bevor und wir entscheiden mit unserer Stimme auch über die Zukunft der Pflege. Zur Verhinderung einer humanitären Katastrophe in Deutschland brauchen wir dringend in der nächsten Legislaturperiode einen deutlichen Kurswechsel in der Gesundheits- und Pflegepolitik.

Doch was muss sich dafür konkret ändern? Wie positionieren sich die Parteien zu Gesundheits- und Pflegefragen in ihren Wahlprogrammen? Wo sind die größten Differenzen?

Antworten darauf erwartet sich das Bündnis „Dienst-Tag für Menschen“ aus dem Expert*innen-Diskussion mit dem Titel „Wahl 2021: Wir entscheiden über die Zukunft der Pflege“ am 14. September 2021 in der Posthalle in Würzburg.

Dazu hat es Vertreterinnen und Vertreter des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag eingeladen, um über konkrete Forderungen zu diskutieren wie zum Beispiel: die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, die Halbierung der Dokumentationspflichten, keine Gewinnausschüttung durch Gesundheits- und Sozialleistungen.

Es diskutieren:
Dr. Manuela Rottmann, MdB, Bündnis 90/Die Grünen
Martina Stamm-Fibich, MdB, SPD
Prof. Dr. Andrew Ullmann, MdB, FDP
Emmi Zeulner, MdB, CDU/CSU

Interviewgast:
Barbara Stamm, Landtagspräsidentin a. D.

Moderation:
Andrea Czygan, Redakteurin der Mediengruppe Main-Post

Termin:
Dienstag, 14.09.2021, 18:00 – 19:30 Uhr

Veranstaltungsort:
Posthalle, Bahnhofplatz 2, 97070 Würzburg (Eingang über Außentreppe auf der Gebäudevorderseite – Richtung Bismarckstraße)

Der Eintritt ist frei. Die Teilnehmeranzahl ist aber limitiert, eine Anmeldung ist erforderlich. Bitte melden Sie sich vorher an: per E-Mail an anmeldung@dienst-tag.de. Für den Zutritt zur Veranstaltung gilt die 3G-Regel.

Dienst-Tag für Menschen in Amberg am 07.09.2021

Auch diesen Dienstag bildeten Personen aus sozialen Berufen eine Menschenkette auf dem Marktplatz um die Thematik Pflege vor der Bundestagswahl in Erinnerung zu bringen. Gleichzeitig mit Amberg fanden die Kundgebungen in Würzburg, Nürnberg und München statt!

Oberin der Schwesternschaft Wallmenich-Haus vom BRK e.V. Tatjana Richter, ist Organisatorin der stillen Kundgebung, ihrem Aufruf folgten ca. 30 Teilnehmer*innen, auch aus anderen Trägerschaften, wie z.B. der Diakonie, dem BRK und dem Klinikum St. Marien.

Bis zur Bundestagswahl soll der stille Protest auf jeden Fall weitergehen, denn die Rahmenbedingungen in sozialen Berufen müssen dringend verbessert werden, nur so ist die pflegerische Versorgung auch in der Zukunft qualitativ hochwertig zu leisten.

Mit immer weniger fachlichem Personal ist das Niveau nicht zu halten und der Pflegenotstand weitet sich weiter aus.

Die nächsten Demo-Termine sind:

Dienstag 14.09.21 und Dienstag 21.09.21, jeweils von 17.00 – 17.30 Uhr

Für den letzten Termin ist vor der Kundgebung ein Demo-Zug vom Bahnhof zum Marktplatz geplant.

Wir freuen uns über zahlreiche Teilnahme, bitte helft alle mit, die Ziele für die Pflege publik zu machen.

Dienst-Tag für Menschen in München am 07.09.2021

Auf geht’s in den Endspurt: Vorgestern haben wir zum drittletzten Mal bzw. 19 Tage vor der Bundestagswahl unsere stumme Aktion „Dienst-Tag für Menschen“ auf dem Rotkreuzplatz durchgeführt. Tanja Groh (Foto: 4.v.l.) leitete stellvertretend für Generaloberin Edith Dürr die Protestaktion. Die Krankenhausdirektorin des Rotkreuzklinikums München hielt zusammen mit 20 weiteren Mitstreiterinnen und Mitstreitern aus der Klinik sowie der Schwesternschaft Transparente hoch, auf denen die Schaffung optimierter Rahmenbedingungen innerhalb der professionellen Pflege plakatiert waren. Für die Demonstrationsgruppe stand fest: Nach der Wahl werden die Karten für die Pflegepolitik neu gemischt, daher sei jetzt die beste Gelegenheit, sich bei den Verantwortlichen aus der Politik Gehör zu verschaffen.

Zentrale Forderungen der Diensttagsaktion für die Pflegebranche sind neben mehr gesellschaftlicher Anerkennung konkrete politische Mitbestimmungsrechte sowie eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, verstärkter Bürokratieabbau und mehr Ressourcen für die Aus-, Fort- und Weiterbildung.

Am 14. September setzen wir unseren Protest von 17 bis 17.30 Uhr in München-Neuhausen fort. Dazu bitten wir Sie, sich wie gewohnt vorab anzumelden.